Infostand Stadtgalerie

Unsere 4. große Organspendeaktion in 2010 fand am 13.11. im EG in der Stadtgalerie in Heilbronn statt. Von 9.30 - 20.00 Uhr waren wir mit unserem Inforamtionsstand "Leben retten" bereit, den Interessierten Auskunft über Organspende und Transplantation zu geben und Informationsmaterial auszugeben.

Viele Besucher nutzten spontan die Möglichkeit, einen persönlichen Organspenderausweis auszufüllen und gleich kostenlos "laminieren" zu lassen.

Eine gelungene Aktion unserer Gruppe - wir waren mit dem Interesse zufrieden.

Hier nun 2 Bilder der Aktion:









Städtewettbewerb "Von Mensch zu Mensch"

Die Techniker Krankenkasse (TK) Baden-Württemberg führte im Herbst 2010 einen Städtewettbewerb zum Thema Organspende durch. Im Aktionszeitraum vom 16.September bis 14.Oktober 2010 besuchte die TK mit ihren Informationsständen zehn Städte in Baden-Württemberg. Jeder, der seinen Organspendeausweis vorzeigte oder sich am TK-Stand entschloss, seinen Organspendeausweis auszufüllen, punktete für seine Stadt. Die Stadt mit den meisten Punkten wurde als "Gewinnerin im Städtewettbewerb Organspende 2010" ausgezeichnet.

Heilbronn: 377 Punkte und wir haben damit gewonnen !!

In Heilbronn war die TK am 23. September mit ihrem Info-Zelt vor Ort. Strahlender Sonnenschein begleitete uns den ganzen Tag und trug natürlich auch zu guter Laune bei. Herr Föll und seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von der TK wurden am Info-Stand vom KKOT Heilbronn unterstützt. Auch Fr. Reiß von der DSO war anwesend. Viele Menschen waren unterwegs und das Interesse war groß. Zahlreiche Ausweise wurden vorgezeigt oder neu ausgefüllt. Natürlich waren auch skeptische Stimmen zu hören. Doch die positiven Meinungen überwogen eindeutig. Insgesamt 377 Punkte konnten in Heilbronn geholt werden.(Bis zu diesem Zeitpunkt übrigens die meisten im Wettbewerb). Kurz vor einer wichtigen Gemeinderatssitzung kam auch Herr Bürgermeister Harry Mergel vorbei und füllte einen Organspendeausweis aus, um mit gutem Beispiel voranzugehen.

Ein Publikumsmagnet war der Luftballonstand. Jeder Inhaber eines Organspendeausweises hatte am Aktionstag die Möglichkeit, an einem "Herzluftballon-Wettbewerb" teilzunehmen und so auch ganz persönlich zu gewinnen Auch die Medien zeigten Interesse. Bereits im Vorfeld brachte der Fernsehsender L-TV einen Bericht zur Aktion, wo u.a ein Interview mit Fr. B.Spether, einer Nierentransplantierten aus Heilbronn, gezeigt wurde. L-TV war auch am gleichen Tag vor Ort, ebenso wie die örtliche Presse.

Der Tag in Heilbronn war ein voller Erfolg!

Herzlichen Dank an die Techniker –Krankenkasse und ihre sehr aktiven Mitarbeiter für ihren Einsatz und die gute Idee zu solch einem Wettbewerb.

Hier findet Ihr nähere Informationen zu der Aktion.

C.Jany



Aktionswand

Am 15. März 2007 haben wir zum 1. Mal unsere neue Aktionswand aufgestellt. Dank der Initiative von Melitta Schuster ist es möglich, die Wand im Landratsamt Heilbronn über einen Zeitraum von 2 Wochen zu präsentieren. Warten wir mal ab, wie oft die Wand mit neuen Organspenderausweisen "aufgefüllt" werden muss.









Flohmärkte

Der KKOT Heilbronn hat auch an Flohmärkten zur Verbesserung der finanziellen Situation der Gruppe teilgenommen. Zwischenzeitlich haben wir das aber aufgegeben.

Grund: Zu viel Arbeit und zu wenig Ertrag





Tag der offenen Tür

4.000 statt 20.000

Das ist die Besucherstatistik für den Tag der offenen Tür im Klinikum am Plattenwald am 7. Juli 2002. Unsere Gruppe hatte sich bereiterklärt im Kontaktkreis Organspende und Transplantation Heilbronn an der Bewirtung der erwarteten 20.000 Besucher mitzuwirken. Wir sollten die Besucher mit Kaffee und Kuchen verwöhnen. Schon Wochen vorher begannen wir mit den Vorbereitungen, führten Gespräche und planten den Ablauf. Immerhin wurde uns gesagt, dass wir damit rechnen müssen, über 2000 Stck. Kuchen und mindestens ebenso viele Tassen Kaffee verkaufen zu müssen.

Eine Umfrage ergab dann, dass wir 50 Kuchen aus "eigener Herstellung" zusammen bekommen; das bedeutete, dass wir 100 Kuchen kaufen mussten. Bäckerei Härdtner aus Neckarsulm kam uns preislich großzügig entgegen und auch die Lieferung der Kuchen erfolgte problemlos.

Auch bezüglich des Kaffees fanden wir eine professionelle Lösung dadurch, dass uns von einem Kaffeelieferanten eine entsprechend leistungsfähige Kaffeemaschine zur Verfügung gestellt wurde.

Alles war perfekt vorbereitet, die Helfer waren eingeteilt, Zucker, Milch, Sahne, Teller, Tassen und Besteck, an alles war gedacht, sogar an einen Kühlwagen.

So weit so gut - wir freuten uns auf einen kräftigen Betrag für unsere Kasse. Doch das ganze Unternehmen ging eigentlich mehr oder weniger voll in die Hose. Von den schätzungsweise 4000 Besuchern aßen nicht mal die Hälfte einen Kuchen und tranken eine Tasse Kaffee. Unsere selbst gebackenen Kuchen reichten völlig aus die Nachfrage zu decken.

Unsere Bemühungen bestanden nun hauptsächlich darin, die ganze Veranstaltung wenn möglich ohne finanziellen Verlust abzuschließen. Dies gelang uns auch letztendlich dadurch, dass sowohl einige unserer Helfer und die Krankenhausküche uns die überzähligen Kuchen zum Selbstkostenpreis abnahmen. Wir kamen "mit einem blauen Auge" davon.

Was hat das ganze nun mit Organspende zu tun ? Wir wollten eigentlich an die vielen (erwarteten) Besucher Organspenderausweise und Informationsmaterial ausgeben .... aber dieses Angebot haben wir am allerwenigsten gebraucht.

Am Montag berichtete die Heilbronner Stimme über die Veranstaltung.

Der ganzseitige Bericht vermittelte den Eindruck, als wäre dieser Tag der offenen Tür ein voller Erfolg gewesen ... dem war aber tatsächlich nicht so. Wieder mal ein Beweis, dass das was in der Zeitung steht nicht immer der Wahrheit entspricht.

Einen positiven Aspekt gibt's aber aus dem Klinikum am Plattenwald zu berichten: Unsere dort im Wartebereich aufgestellte Informationssäule mit Organspenderausweisen wird sehr stark in Anspruch genommen und muss regelmäßig aufgefüllt werden und durch die entstandenen Kontakte haben wir die Möglichkeit gefunden, den Konferenzraum des Krankenhauses für die Vorträge des KKOT Heilbronn zu nutzen.



Klonen - Fluch oder Segen

Im April 2001 fand im Rahmen der "Gespräche im Rundbau" im GKN Neckarwestheim eine auch für Transplantierte sehr interessante Veranstaltung statt. Der KKOT Heilbronn war eingeladen um über das Thema Organspende zu informieren.

Hier eine Kurzfassung des Vortrages von Herrn Prof. Dr. Egbert Hagmüller, Ärztlicher Direktor des Kreiskrankenhauses am Plattenwald, im Rahmen der "Gespräche im Rundbau", GKN Neckarwestheim
Für notwendige Transplantationen fehlen jährlich in Deutschland ca. 1000 Nieren, 500 Herzen und 500 Lebern. Wie kann zukünftig diesem Organmangel abgeholfen werden - gibt es Alternativen?
Schon heute werden künstliche Organe in der Medizin eingesetzt (z. B. Dialyse, künstliche Leber, künstliche Herzen.) Dies ist für den kranken Menschen jedoch nur eine vorübergehende und zweitrangige Lösung, da damit eine Abhängigkeit von Geräten verbunden ist (Dialyse) und ein Überleben nur kurzfristig möglich ist (künstliche Leber, künstliche Herzen).
Auch die Alternative der Verpflanzung von tierischen Organen auf Menschen weist erhebliche Probleme auf: Abstoßung, Übertragung von Krankheiten. Eine Lösungsmöglichkeit bietet zukünftig das therapeutische Klonen. Das britische Parlament hat in einer weltweit sehr umstrittenen Entscheidung am 19.12.2000 das Klonen von Embryostammzellen von bis zu 14 Tagen alten Embryonen gebilligt.
Was ist eine Stammzelle? Laut Definition handelt es sich um eine noch nicht ausdifferenzierte Zelle, die das Potential hat sich zu teilen und sich zu verschiedenen Zelltypen zu entwickeln kann. Man unterscheidet totipotente, pluripotente und multipotente Stammzellen. Die ersten Zellen in der embryonalen Entwicklung sind totipotente Stammzellen, aus der sich genetisch ein ganzes Individuum entwickeln kann. Unter pluripotenten Stammzellen, die bei bis zu 14 Tagen alten Embryonen entnommen werden, ist dies nicht mehr möglich, da die Fähigkeit zur Placentabildung fehlt. Daraus können sich jedoch alle Zelltypen des Individuums bis hin zu Organen entwickeln. Mehr differenzierte Stammzellen bezeichnet man als multipotente Stammzellen (Blutstammzellen, Nervenstammzellen usw).
Beim Klonen kann ein genetisch gleicher Nachkomme von Pflanze, Tier und Mensch erzeugt werden. Dabei gibt es derzeit 2 Verfahrenstechniken zum Klonen:
Entnahme von embryonalen Stammzellen von bis zu 14 Tagen alten Embryonen
Differenzierte Zelle wird in kernlose Eizelle gegeben
Der erste Schritt ist den britischen Forschern mit den geklonten Schafen Megan und Morag bereits 1995 geglückt. Wesentlich sensationeller war 1997 der 2. Schritt mit dem Schaf Dolly 1997. Hier war das Erbmaterial aus einer ausdifferenzierten Euterzelle eines erwachsenen Mutterschafes in eine kernlose Eizelle gegeben worden woraus sich der "Dolly" entwickelte; dieses Schaf war genetisch völlig gleich wie das Mutterschaf. Es war somit möglich die differenzierte Euterzelle zur Dedifferenzierung also bis hin zur embryonalen Stammzelle zu bringen.
Mit diesem Prinzip bieten sich zukünftig phantastische Perspektiven der Stammzelltherapie:
Gabe von Nervenstammzellen zur Behandlung von bisher nicht kausal therapierbaren neurologischen Erkrankungen (z.B. Multiple Sklerose, M. Alzheimer, Schlaganfall, M. Parkinson, Chorea Huntington etc.), Gabe von anderen spezifischen Stammzellen (Diabetes mellitus, bösartige Bluterkrankungen) Bildung von Geweben durch Stammzellen (Haut, Knorpel, Hornhaut des Auges etc.) Bis zur Züchtung von ganzen Organen im Labor ist es jedoch noch ein sehr weiter Weg, da ein Organ ein komplexes Gebilde mit verschiedenen Geweben, die wiederum noch spezifisch strukturiert sind, darstellt.

Wie ist die rechtliche Situation? In den USA ist die Gewinnung embryonaler Stammzellen nicht verboten, diese wird aber bisher auch nicht staatlich gefördert und finanziert. In Großbritannien ist dies kürzlich erlaubt worden und in Deutschland verbietet das Embryonenschutzgesetz diese Forschung, wobei jedoch im Ausland durch Klonen hergestellte Stammzellen benutzt werden dürfen.
Bei der ethischen Diskussion dieses Thema gibt es bekanntermaßen verschiedene Standpunkte: Die Position der Kirche definiert den Status als Person mit der Verschmelzung von Samenzelle und Eizelle (personale Option), die gegensätzliche Position sieht keine besondere Schützwürdigkeit menschlicher Embryonen gegenüber tierischer Embryonen (antipersonale Option) und die mittlere Position, auf der die Entscheidung aus Großbritannien beruht definiert eine Schutzwürdigkeit erst nach 14 Tagen, da erst dann der Embryo individuiert ist, also eine ZwillingsDrillings etc. -Bildung ausgeschlossen ist. Wieder andere definieren nach der Fähigkeit Schmerz zu empfinden, also wenn das Nervensystem des Embryos sich ausbildet. Alle diese Positionen erscheinen willkürliche Definitionen zu sein, denn auch bereits beim Andocken der Samenzelle an die Eizelle ist das zukünftige Individuum genetisch endgültig definiert. Auch ein solcher Standpunkt könnte somit vertreten werden.
Bei den rechtlichen und ethischen Problemen des Klonens wird auf die sich eventuell abzeichnenden Alternativen verwiesen (Stammzellen aus abgetriebenen Föten, Stammzellen aus Nabelschnurblut und Stammzellen aus den Geweben von Erwachsenen.) Die Forschung hierzu ist jedoch noch lange nicht so weit, dass diese Methoden derzeit echte Alternativen darstellen. Erst durch die Stammzellforschung durch die Techniken des Klonens wird es wahrscheinlich erst möglich werden, die Mechanismen der Zelldifferenzierung und Zelledifferenzierung so umfassend zu verstehen, dass eine gezielte Beeinflussung der Zelldifferenzierung bewirkt bzw. beeinflusst werden kann.